Leitbild

Der Hort ist eine wichtige Lebens- und Freizeitstätte, eine kulturelle, kindgemäße Einrichtung, wo sich Kinder gerne aufhalten, Freude empfinden, vielfältige soziale Beziehungen entstehen, ästhetisches Empfinden geweckt wird. Sportliche Aktivitäten tragen zur Gesunderhaltung und Förderung der Motorik bei und die Freizeit ist auf das Engste mit Natur und Umwelt verbunden.

Die Achtung vor dem Menschen und die Wertschätzung des Lebens im Sinne des christlichen Glaubens sind Grundprinzipien, unabhängig von Alter, Herkunft, Geschlecht und Status.

Es gibt keine Trennung nach sozialen, geistigen und sprachlichen Fähigkeiten. Jedes Kind ist uns gleich viel wert.

“Eine elementare und bedeutsame Bildung ist eine Alltagspädagogik vom Kinde aus.”

Voraussetzung hierfür ist das Wecken und Zulassen der kindlichen Neugier.

“Bildung ist eine tägliche aktive Selbstbewegung, Such- und Selbstbildung.”

Unsere Aufgabe hierbei ist eine begleitende und unterstützende, keine belehrende.
Gebildete Erwachsene sind Kindern behilflich “ihren eigenen Lebenswert zu erfassen, Lebensräume zu entwickeln und seelische Grundbedürfnisse befriedigt zu bekommen. Sie sorgen für eine alltagsorientierte, lebendige Bildungsatmosphäre.”
Auf diese Weise wird es unnötig, das Kind zu belehren und ihm Wissen beizubringen.

Eine der Grundlagen unserer Arbeit ist eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Eltern.
Das partnerschaftliche Miteinander und der regelmäßige Austausch machen ein einheitliches Handeln und damit eine klare Orientierung für das Kind erst möglich.

Auszüge aus
Dr. Armin Krenz

“Bildung von Kindern im Kindergarten(alter) – Lernen zwischen Leistung und Lust, Anleitung und Spiel”




“Die spielen ja nur!”

Astrid Lindgren hatte einen Wunsch:

“Kinder sollten mehr spielen, als viele Kinder es heutzutage tun. Denn wenn man genügend spielt, solange man klein ist, dann trägt man Schätze mit sich herum, aus denen man später ein Leben lang schöpfen kann. Dann weiß man, was es heißt, in sich eine warme, geheime Welt zu haben, die einem Kraft gibt, wenn das Leben schwer wird. Was auch geschieht, was man auch erlebt, man hat diese Welt in seinem Innern, an die man sich halten kann.”

Viele unterschätzen den Stellenwert des freien Spiels. Ein Grund dafür mag sein, dass man beim Spielen das Lernen nicht sieht. Dabei schafft gerade das Freispiel die besten Voraussetzungen für alle Bereiche des sozialen Lernens.

Beginnen wir beim Kind selbst:
Es muss sich entscheiden, was und mit wem es spielen möchte, ob es dafür Materialien oder vielleicht Hilfe benötigt. Diese Entscheidungen zu treffen, erfordert zunächst die Auseinandersetzung mit sich selbst. Das Kind muss seine eigenen Bedürfnisse ergründen und seine Fähigkeiten einschätzen. Häufig erleben wir Kinder, die nicht in der Lage sind, spontan auf die Frage, was sie gerne spielen möchten, zu antworten. Macht man ihnen Vorschläge, so gehen sie gern darauf ein und haben Spaß am Spiel. Das Problem ist also nicht mangelnde Spielfreude, sondern es sind mangelnde Ideen. Viele Kinder müssen erst lernen zu spielen. Unsere Aufgabe dabei ist es, geeignete “Räume” dafür zu schaffen, Anregungen zu geben ohne anzuleiten und uns nach und nach zurückzuziehen.
Wenn ein Kind erst einmal über einen Schatz an Spielen verfügt, muss es sich mit seiner emotionalen Verfassung auseinandersetzen. Einem Kind, das gelernt hat zu spielen, wird es bald nicht mehr schwer fallen, das richtige Spiel zur richtigen Zeit zu finden.
Das Auseinandersetzen mit den eigenen Emotionen führt letztendlich dazu, dass ein Kind in der Lage ist, sich auch in andere Kinder einzufühlen. Empathie ohne den Umgang mit den eigenen Gefühlen ist schlichtweg nicht möglich.
Im Spiel erleben die Kinder Freude über den Gewinn, Enttäuschung, Trauer oder gar Wut über Niederlagen, sie lernen sich durchzusetzen, oder nachzugeben. Sie lernen, zugunsten anderer Regeln einzuhalten, weil sie selbst auch darunter leiden könnten, wenn andere Kinder gegen Regeln verstoßen. Die Kinder erfahren im Spiel, zu welchen Fähigkeiten und Fertigkeiten sie es bereits gebracht haben und können diese einsetzen, um anderen zu helfen. Das stärkt Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl. Sie stoßen an ihre Grenzen und lernen, sich selbst realistisch einzuschätzen.
Sie treten mit anderen Kindern in Kontakt und kommunizieren, diskutieren, streiten vielleicht auch, oder freuen sich miteinander – all dies fördert den geschickten Umgang mit der Sprache.
Schließlich dient das freie Spiel uns Erziehern als hervorragendes Medium für Beobachtungen. Nur hier erkennen wir Gruppenstrukturen, fallen Rollenverhalten, Interessen, sowie Stärken und Schwächen besonders ins Auge.
Aufgrund der Familienstrukturen unserer modernen Zeit sind Kindertagesstätten für das soziale Lernen unerlässlich und helfen in hohem Maße, den Kindern den Schritt ins Leben zu erleichtern.